Interview mit Stefan Puriss

Experten Interview mit dem ehemaligen Geschäftsführer Stefan Puriss von Frontlineshop.
Stefan Puriss

Stefan Puriss

geboren 1970 in Augsburg, studierte Betriebswirtschaftslehre in Münster. Vor und während des Studiums arbeitete er insgesamt 10 Jahre in der Musikbranche. Nach Abschluss des Studiums trat der Diplom-Kaufmann als Assistent der Geschäftsführung in die Frontline GmbH ein. Nach verschiedenen Stationen und Funktionen bei dem Streetfashion Anbieter verantwortete er bis 2012 die kaufmännischen Geschäftsbereiche als geschäftsführender Gesellschafter.

Sein Profil wird abgerundet durch das Know-how über Geschäftsmodelle im Versandhandel und E-Commerce sowie das Wissen um zugehörige Marken und Zielgruppen im Fashion- und Lifestyle-Segment.

Stefan Puriss ist heute als Partner beim Hamburger Beratungsnetzwerk eTribes tätig und engagiert sich in verschiedenen Organisationen und Initiativen wie zum Beispiel der "eCommerce City Hamburg", einer Initiative der Hamburger Wirtschaftsförderung Hamburg@Work oder als Beirat des Capital Handels-Gipfels.

Als Referent und Experte ist er auf vielen Kongressen und Branchen-Foren vertreten.

Seit 2011 ist er Mitglied der Jury des Textilwirtschaft Forum Preises.

 

 

Herr Puriss, der Marktanteil im E-Commerce Business hat in den letzten

10 Jahren relativ stark zugenommen. Was denken Sie, wo die Reise in

den nächsten Jahren hingehen wird?

Fast jede Branche ist derzeit mit massiven Veränderungen konfrontiert, das gilt

nicht nur für den E-Commerce bzw. den Verkauf von Waren auf digitalem Weg.

Bislang erfolgreiche Business Konzepte funktionieren plötzlich nicht mehr,

Anforderungen und Geschäfts- Metriken verändern sich.

Hier stehen wir erst am Anfang einer massiven und nachhaltigen Veränderung.


Welche Qualifikationen muss ein Mitarbeiter heute mitbringen, der im   

E-Commerce erfolgreich sein möchte?
In erster Linie muss er bereit sein zu lernen. E-Commerce benötigt ein breites

Wissen über alle relevanten Wertschöpfungsstufen. Ein Mitarbeiter muss heute

ein Selbstverständnis mitbringen, über den Tellerrand weit hinaus zu schauen

um das Gesamtsystem zu verstehen. Fachwissen ist wichtig, entscheidend ist

jedoch der Einsatz des spezifischen Wissens in einem Gesamtsystem.

 

Wie wichtig ist das Retouren-Management im Online-/Versandhandel

und warum?

Erfahrungsgemäß sind die Retouren sind Fluch und Segen zugleich.

Fluch, da sie einen signifikanten Anteil am Versand-Volumen ausmachen und Geld

kosten und Segen, weil man den erneuten Kundenkontakt nutzen kann um den

Kunden zu befriedigen und um zu erfahren was der Kunde eigentlich will.


Worin sehen Sie die größten Herausforderungen und Erfolgsfaktoren,

um im E-Commerce erfolgreich zu sein?

Die größte Herausforderung ist, sein Geschäftsmodell mathematisch "zu fassen 

zu bekommen“. Die Frage nach Erfolgsfaktoren kann man pauschal leider nicht 

beantworten, diese stehen in Abhängigkeit zu dem Geschäftsmodell, der Geschäftsplanung und dem Konzept der Finanzierung. Langfristig gilt jedoch bei allen Modellen das Prinzip der Wirtschaftlichkeit. Insofern sollte man die wichtigsten Business Kennzahlen zur Herleitung des Umsatzes sowie den Material-, Werbe- und Gemeinkosten im Griff haben und mit den

Wirkungsweisen - insbesondere dieser Kern KPIs - auf die Marge bzw. den Ertrag vertraut sein.


Warum würden Sie ein Seminar bzw. einen Lehrgang an der

Hanseatic Business School empfehlen?

Die durchgeführten Seminare von Herrn Kristoffer Ditz (Trainer an der HBS) stießen bei

den frontlineshop Mitarbeitern auf großes Interesse und hatten sofortigen positiven Business Impact.

zum nächsten Interview - Sergio Bucher