Interview mit Pedram Taghizadeh

P. Taghizadeh
P. Taghizadeh

Pedram Taghizadeh

ist Personalleiter bei der Ludwig Beck AG in München. 

Vorher war er mehrere Jahre als Ein- und Verkaufsleiter für die dazu-

gehörigen Filialen verantwortlich. 

Bevor Pedram Taghizadeh bei Ludwig Beck anfing, arbeitete er in verschiedenen Führungspositionen bei den Modeunternehmen

Peek & Cloppenburg, Annas Moden GmbH und Etienne Aigner AG. 

 

Herr Taghizadeh, die Filialleiter sind heute viel weniger auf der

Verkaufsfläche und verbringen wesentlich mehr Zeit im Büro. Was

sind die Gründe hierfür?

Tatsächlich sollte dies anders sein. Doch oft sind es die zu komplizierten Prozesse, die unter anderem einen Grund dafür spielen. Grundsätzlich sollte der Filialleiter Lust auf das Verkaufen und zu seinen Mitarbeitern haben sowie mit Begeisterung an der Ware sein. Ist dies der Fall, ist er auch automatisch mehr auf der Verkaufsfläche anwesend.

Leider "flüchten" sich viele Führungskräfte in den Hintergrund und vernachlässigen so ihre eigentliche Arbeit am Mitarbeiter und am Kunden.

 

Welche fachlichen und persönlichen Kompetenzen muss ein Filialleiter

mitbringen, um erfolgreich sein?

Persönlich insbesondere emotionale Intelligenz und vernetztes Denken.

Gleichzeitig muss eine unternehmerische Denk- und Arbeitsweise als Grundlage vorhanden sein. Fachliche Kompetenzen können in Form von Coachings, Schulungen und

Seminaren verfeinert werden.

 

Würden Sie als Personalleiter sagen, dass ein Hochschulstudium

erforderlich ist, um im Einzelhandel Karriere zu machen?

Nein, nicht zwingend. Wenn die oben beschriebenen Grundvoraussetzungen vorhanden sind, kann meines Erachtens ein Hochschulstudium durch viel Praxiserfahrung nicht nur kompensiert werden; ich persönlich habe die Erfahrung gemacht, dass die Führungskräfte, die über die Praxis kommen, sehr schnell aufsteigen können und entsprechend erfolgreich agieren. Hierbei ist eine professionelle Aus- und Weiterbildung der Unternehmen jedoch zwingend erforderlich, um die individuellen Wachstumspotentiale des Führungsnachwuchses zu erkennen und entsprechend zu fördern.

 

Mit welchen Kennzahlen sollte ein Filialleiter vertraut sein, um das

Retail Business effektiv steuern zu können?

Für die strategische Steuerung: Umsatz, Rohertrag, Personalkosten, Margen

und LUG.

Aus operativer Sicht: Teile/Kunde, Umsatz/Stunde und Conversion Rate.

Die Kompetenz der Zahlen steht allerdings nicht an erster Stelle, wenn die Filialleiter von der Zentrale (Controlling/Marketing) gut unterstützt werden. Wichtig ist, dass sie in der Lage sind, die Informationen am POS entsprechend umsetzen können.

 

Warum würden Sie ein Seminar bzw. einen Lehrgang an der Hanseatic

Business School empfehlen?

Der Geschäftsführer und Trainer Kristoffer Ditz hat während seiner Zeit bei der Ludwig Beck AG mit großer Akribie und Kreativität diverse Excel-Tools aufgebaut und weiterentwickelt, die heute noch im Einsatz sind. Er hat außerdem sein Excel-Wissen mit viel Engagement und Sympathie bereits vor zehn Jahren an Filial- und Abteilungsleiter in Form von Seminaren erfolgreich weitergegeben.

zum nächsten Interview - Demekssa Duresso