Interview mit Kristofer Jürgensen

K. Jürgensen
K. Jürgensen

Kristofer Jürgensen

ist Geschäftsführer der Holsatia Grundbesitz GmbH.

Vorher arbeitete er in verschiedenen Führungspositionen unter anderem für die Outlet GmbH, Puma AG, Kurt Salmon Associates und Kraft Foods. Sein Schwerpunkt liegt in der Expansion von Einzelhandelsgeschäften.

 

 

Herr Jürgensen, was muss heute insbesondere bei der

Standortwahl eines Einzelhandelsgeschäftes berücksichtigt werden?

Bis auf ganz wenige Ausnahmen, sogenannte Flagship Stores, müssen neue

Einzelhandelsgeschäfte profitabel sein. Da die Kostenstruktur grundsätzlich an

vielen Standorten ähnlich ist, kommt es auf das Verhältnis von Umsatzerwartungen zu Mietkosten an. Das gilt sowohl in den Innenstädten als auch in Shopping-Centern und bei Factory Outlet Stores.

 

Welches Geschäft funktioniert aus Ihrer Sicht besser, Outlet Store oder

Full Price Store?

Unserer Erfahrung nach sind Factory Outlet Stores für die bekannten Marken

deutlich profitabler als reguläre Full Price Stores. Obwohl die Bruttomarge in den Outlets durch den Rabatt niedriger ist, wird dies deutlich überkompensiert durch die Einsparungen in den Kosten - Mietkosten sind hier ein wichtiger Bestandteil, aber auch die Personalkosten, die in den effizienteren Outlet Stores niedriger sind als in Full Price Stores, die häufig Service-intensiver sind.

 

Der Einzelhandel kämpft mit dem immer stärker werdenden Wettbewerb

des Online-Shoppings. Wie kann der Einzelhandel hier in Zukunft

bestehen?

Die Entwicklung zum Multi-Channel-Händler wird immer wichtiger, also die Kombination von regulären Geschäften und dem Internethandel. Während viele stationäre Händler ihre Online-Präsenz ausgebaut haben, gehen jetzt auch erste Online-Shops in die Innenstädte, um sich persönlich den Kunden zu präsentieren. Für Bekleidung wird es meiner Meinung nach aber immer einen physischen Handelskanal geben, weil viele Kunden die Ware einfach anfassen und anprobieren wollen.

 

Würden Sie eher empfehlen, einen Store in der City einer

Metropolregion zu eröffnen oder in einem Gewerbegebiet (Outlet)?

Es kommt auf das jeweilige Unternehmen, die Strategie und die Markenstärke an.

Starke Marken mit einer großen Präsenz in den Innenstädten können durch zusätzliche Outlet Stores auf einfachem Weg Umsatz und EBIT steigern, während gleichzeitig die Läger bereinigt werden. Wenn die Zielsetzung eher Markenbildung ist, dann führt für viele kein Weg an den Innenstädten der Großstädte vorbei.

 

Warum würden Sie ein Seminar bzw. einen Lehrgang an der Hanseatic

Business School empfehlen?

Ich habe mit dem Leiter und Trainer Kristoffer Ditz früher bei der Puma AG

zusammengearbeitet und bin mit seinen Controlling-Tools vertraut.

Wenn er seinen Teilnehmern dieses Wissen vermittelt, werden diese hiervon

einen großen Nutzen ziehen.

zum nächsten Interview - Andreas Klotz